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Willkommen auf den Seiten der
MÜHLSTRASSE 14 e.V.
Soziokulturelles Stadtteilzentrum Leipzig

Sommerwerkstätten in Malys Garten - unser Anliegen

Beweggrund für ein Engagement der Begegnungsstätte Mühlstraße e.V. in Malys Garten war und ist es, der zunehmenden Vermüllung und Verwilderung des Geländes unweit der Dresdner Straße eine aktive Nutzung entgegen zu setzen. Die Sommerwerkstätten mit ihrem experimentellen, offenen Charakter bieten Gruppen und Einzelpersonen ein Feld zum sinnlichen und gemeinsamen Erleben in der Natur mitten in der Großstadt und laden zum künstlerischen Arbeiten ein. Im Garten bleibt die Stadt mit ihren Reizen weitgehend draußen, und jeder Teilnehmer findet Möglichkeiten zum spielerischen Umgang mit Materialien und Werkzeugen vor. Durch professionelle Begleitung der Sommerwerkstattbesucher nahmen diese neben dem Erlebnis und den sinnlichen Erfahrungen auch ein Stück mehr Allgemeinbildung mit nach Hause, da der Garten an sich auch ein interessantes Lernfeld bietet.
Besonders ansprechen wollten wir Kinder aus dem direkten Umfeld des Gartens und deren Familien sowie weitere interessierte Anwohner und Passanten, aber auch Kinder und Jugendliche stadtweit.

 

Am Anfang...

... Malys Garten aufsuchen, planen, aufräumen, schaufeln, ordnen, Werkzeuge einlagern, Anmeldungen entgegen nehmen, Wasser transportieren, Plakate anbringen, Material einkaufen, Pavillon aufstellen, voller Vorfreude sein...

 

Die ersten Gäste

... unserer Sommerwerkstätten in Malys Garten besuchten in der ersten Woche die Lehmwerkstatt. Sie schaufelten Lehm und Sand, sie flochten Weiden. Sie matschten und stampften, sie bauten und sägten. Sie machten sich schmutzig und schrubbten nach getaner Arbeit Hände und Füße wieder sauber.
Sie entwickelten ihr eigenes Bauwerk - eine Behausung mit Wänden, Fensteröffnungen und einer kleinen Eingangstür. Sie hissten ihre Fahne - hoch oben unterm Kastanienbaum. Und an manchen Tagen fegten sie den Boden und richteten sich häuslich ein.

 

 

Die Lehmwerkstatt vermittelte den Kindern ein Gemeinschaftsgefühl. Gemeinsam begannen wir den Tag mit einer Runde auf unserem Bauplatz. Wir stampften gemeinsam die Lehmmischung zum Bau an, bauten und flochten gemeinsam. Und jedes Kind suchte sich eine Aufgabe, die ihm
Herausforderung und Freude zugleich war. Wer wollte, lernte den fachgerechten Umgang mit Axt, Astschere oder Säge. Und die meisten machten sich nach Herzenslust mal so richtig schmutzig. Das gemeinsame Aufräumen und eine Abschlussrunde beendeten den Tag auf der Lehmbaustelle.

 

Ein Insektenzuhause

Den Insekten im Garten widmeten wir an einem Tag unsere besondere Aufmerksamkeit.
Wer kriecht und fliegt hier? Und wie kann eine Behausung beschaffen sein, in die sich die Insekten eingeladen fühlen? Allerlei Material hatten wir im Vorfeld zusammengetragen: Mauerziegel, gebrannte Teile aus der Keramikwerkstatt für Kinder in der Mühlstraße, Bambusrohr und Schilfmatten, Lehm, Holunderzweige, Äste und Baumscheiben. Weiteres Material suchten die Kinder im Garten. Und so richteten sie in kleinen Gruppen einzelne Zimmer im großen vorbereiteten Hotel ein. Einige Testbewohner sammelten sie auch. Und so zogen als erste Mieter vor allem Schnecken ein - ausgestattet mit allerlei Grün und hohem Wohnkomfort.

 

Zelte, Tipis, Räuberhöhlen

Es scheint ein ureigenes Bedürfnis des Menschen zu sein, sich einzurichten, häuslich niederzulassen und ein “eigenes kleines Reich” zu pflegen. “Zelte, Tipis, Räuberhöhlen” nährte diese Leidenschaft. Aus allem, was sich in Malys Garten finden ließ - Äste, Zweige, Laub, Rinde usw. - und mitgebrachten Stoffen, Schnüren und Tüten bauten die Kinder Behausungen. Sie “bewohnten” und bespielten diese, nutzten sie als Picknickort und Rückzugsraum. Gemeinsam errichteten wir unser großes Tipi, in welchem etwa 20 Kinder Platz haben, und sammelten die Namen verschiedenster Behausungen auf der Welt.

ein Fest zum Abschluss

Zum Sommerwerkstattfest kamen Kinder mit ihren Eltern, Geschwistern und Freunden zusammen. Bei einem Rundgang durch den Garten vermittelte sich ein Eindruck davon, was in den vergangenen beiden Wochen entstanden war.

 

 

Eine Schatzsuche verlangte ihnen einiges ab - handwerkliches Geschick ebenso wie Wissen über die Natur und zu Themen aus den verschiedenen Werkstätten. Welche Zusammensetzung hat die Lehmmischung zum Bauen? Wer lebt oben auf dem Wasserfass? Welche verschiedenen Baumarten gibt es in Malys Garten? Wie wird ein Tipi aufgebaut? Die bunte Belohnung war tief in der Erde vergraben. Die Kinder freuten sich über die Glasmurmeln und genossen trotz einsetzendem Regen das Feuer mit Stockbrot, Würstchen und selbstgemachter Zitronenlimonade.

 

Sommerwerkstätten in Malys Garten - das Programm

Lehmwerkstatt - Matschen und bauen unterm Blätterdach, nach aller Herzenslust Lehm stampfen und sich mal so richtig schmutzig machen, Weiden flechten oder einfach nur zuschauen... vom 30. Juni bis 6. Juli 2009

 

Wir bauen ein Insektenhotel - Auch Bienen, Käfer und Spinnen leben in der Stadt. Damit sie in Malys Garten ein richtig schönes Zuhause haben, bauen wir ihnen ein ganz bequemes Hotel mit vielen verschiedenen Zimmern am 7. Juli.

 

Zelte, Tipis, Räuberhöhlen - Wie hausen die Nomaden in der Großstadt? Sie bauen sich Zelte, bequeme Quartiere, verschönern sie durch allerlei Aufnäh- und Aufstickbares. Sie verkriechen sich im Tipi und denken sich gefährliche Räubergeschichten aus und ziehen weiter nach getaner Arbeit am 8. und 9. Juli.

 
Sommerwerkstattfest für kleine und große Werkstattbesucher, erfahrene Matscher, Herbergenausstatter, Zeltbauer, neugierige Augen, hungrige Münder, alt und jung mit kurzen oder langen Reisewegen am 10. Juli von 16.00 - 19.00 Uhr.

 

Für die Unterstützung der Sommerwerkstätten in Malys Garten danken wir der Bürgerstiftung Leipzig.