MÜHLSTRASSE 14 e.V.

Soziokulturelles Stadtteilzentrum in Leipzig


Wo der Kakao wächst

 

Im Winter 2017 hatten viele kleine Feriengäste die Möglichkeit sich mit ihrer Lieblingssüßigkeit auseinander zu setzten - Schokolade - war das Thema im Ferienprogramm „Wo der Kakao wächst.“


Rund 13 kg sogenannter Schokoladewaren isst jeder Bundesbürger im Durchschnitt pro Jahr.

Jeder Mensch hat seine Vorlieben, was Geschmack und Marke betrifft. Doch wo die einzelnen Zutaten ihren Ursprung haben und unter welchen Bedingungen diese angebaut und produziert werden, wissen nur die wenigsten.


In insgesamt sechs Workshops wurden junge Konsumenten auf das Thema Kakao, insbesondere die Arbeitsbedingungen beim Anbau, aufmerksam gemacht.

So ging es um die mühsame Kakaoernte in den Ländern des globalen Südens und der Weiterverarbeitung bis hin zur fertigen Schokolade bei uns im Norden. Das Kinderarbeit in der Kakaoernte ganz alltäglich ist, war den Gästen - und vielen Menschen in Deutschland - nicht bewusst.


Das zweistündige Programm gestaltete sich sehr abwechslungsreich, eine gute Mischung aus zuhören und aktiv werden. So folgte auf die Verkostung verschiedener Schokoladen das Kennenlernen der Kakaopflanze, deren Historie und das heutige weltumspannende Vorkommen. Das Kakao in Äquatornähe wächst, ließ sich dabei ganz einfach an einer Weltkarte ablesen. Das Deutschland nicht in Äquatornähe liegt und hier somit kein Kakao wächst, war damit jedem Teilnehmenden schnell klar. Ebenso zeigte sich, dass wer hier Schokolade essen will, auf Menschen angewiesen ist, die diesen vor Ort ernten.


Ein kurzer Filmbeitrag verdeutlichte noch einmal die Probleme der Kinderarbeit in der Kakaoernte. Um die schwere der Arbeit zu verdeutlichen durften die Gäste selbst Kakaosäcke schleppen. Diese waren mit 10 kg Gewicht befüllt. Allen machte die Aktion Spass. Aber alle erkannten, dass es nicht kindgerecht ist, dies den ganzen Tag zu tun.


Im Film wurde eine alternative Handlungsoption für Konsumenten schon angesprochen, auf den fairen Handel und das Fairtrade-Siegel hingewiesen. Nachdem geklärt war, dass das Siegel einen winkenden Menschen zeigt, haben es alle verstanden, bei einem nächsten Supermarktbesuch danach Ausschau zu halten und ggf. auch einmal eine solche Schokolade zu kaufen. Denn im Fairen Handel wird illegale Kinderarbeit ausgeschlossen.


Nach gut einer Stunde durften die Gäste ihre Schokolade selbst anrühren. Die Zutaten dafür

wurden schon besprochen, standen auf den Tischen parat. Die Gäste waren ganz begeistert, als sie ihre eigenen „besten Doppelkekse der Welt“ mit Schokolade selbst herstellten.


Auch die Erzieher und erwachsenen Teilnehmer waren am Ende voll des Lobes für das Programm, haben sie doch auch etwas dazugelernt.

 

 

 

Das Ferienprogramm „Wo der Kakao wächst“ wurde zusammen mit KonsumGlobal Leipzig realisiert. Schon vor einem Jahr – damals noch unter dem Namen Wir und die Welt – fand eine Kooperation in der Regenwald-Projektwoche statt.