·  Startseite  ·  Impressum / Kontakt  ·  LOGIN  ·  Sitemap  ·
Willkommen auf den Seiten der
MÜHLSTRASSE 14 e.V.
Soziokulturelles Stadtteilzentrum Leipzig

Randbemerkungen

Fremde schauen sich ungern an, sprechen selten miteinander. Ziel und Beweggrund der Randbemerkungen-Idee war es daher, im Rahmen verschiedener Veranstaltungen im öffentlichen Raum Menschen direkt anzusprechen und Kommunikation zu initiieren.


Wir platzierten dafür Fragen und Statements im Blickfeld der Besucher. Diese wurden von den meisten aufmerksam wahrgenommen und ergänzt.
Die Menschen begannen zu diskutieren, thematisierten ihre Unsicherheit, lasen interessiert die Mitteilungen der anderen und kommentierten. So entstanden Gedankentafeln, Stichwortsammlungen, spontane Äußerungen und Sprachspielereien auf Papier und Straße.

 

Gedankenhäppchen

Zum Neustädter Frühstück rund um die Heiligkreuzkirche am Neustädter Markt mitten im Leipziger Osten begegnen sich schon seit Jahren sehr verschiedene Menschen, um gemeinsam an gedeckten Frühstückstischen von Vereinen, Institutionen, Privatpersonen und anderen Initiativen platzzunehmen, gemeinsam zu frühstücken und miteinander zu plaudern. 

Die Besucher flanieren von Tisch zu Tisch, lassen sich locken von Kaffeegerüchen und Leckereien, lassen sich einladen von freundlichen Menschen und interessanten Themen. 

 

Bei uns sollten vor allem Austausch und Gespräch im Vordergrund stehen.

 

  

Wir servierten “Gedankenhäppchen” - gebackene Glückskeksverwandte mit einer Frage an den jeweiligen Esser. Die Gäste unseres Tisches beantworteten die Fragen direkt in die Tischrunde hinein oder schriftlich auf einem kleinen Papier, welches wiederum zum Lesen für alle angebracht wurde. Dabei bedienten wir uns allgemeiner, alltäglicher Fragen, regten Erinnerung an oder lieferten Zitate und Gedanken von Literaten zum Lesen am Rande. Eine Schreibmaschine lud zum Tippen neben dem Kaffee ein. Auch Texte aus der gerade angelaufenen Schreibwerkstatt waren am Tisch präsent.

 

Einige Häppchen

Worüber staunen Sie gerade?
„Über die vielen Menschen hier bei diesem Frühstück, die Atmosphäre und die Geselligkeit. Das findet man selten und ich bin überrascht.“

 

Wie verlief ein Sonntagsfrühstück in Ihrer Kindheit?
„Es ist lange her, aber ich erinnere mich daran, dass die schönsten im Bett stattfanden, wo gekrümelt werden konnte und die Frühstückseier unter der Decke warmgehalten wurden und die ganze Familie zusammen war und den restlichen Sonntag plante.“

Nehmen Sie sich einige Minuten Zeit und erinnern Sie sich, wie Sie als Kind Verstecken spielten. Wo haben Sie sich meistens versteckt?
„In der Rumpelkammer bei meiner Oma. Dort gab es auch alte Sachen, mit denen ich mich verkleidet habe. Das hat mir viel Spaß bereitet.“


„Ich musste beim Verstecken suchen, kniete mich hinter einen Pfeiler: Eins, zwei, drei, vier, Eckstein - alles muss versteckt sein! Eins, zwei, drei, vier - Ich komme! Ich hatte nicht bemerkt, dass ich in der Hinterlassenschaft eines Hundes kniete. Die Überraschung war groß und stank heftig!“


„Ich versteckte mich am häufigsten in den Kellerabgängen der Häuser. Dort war es selbst im Sommer immer kühl! Das gefährlichste Versteck war in der Astgabel eines großen Nussbaumes.“

  

 

Die Dinge haben nur den Wert, den man ihnen gibt. Molière
Was hat für Sie den größten Wert?
„Für mich ist es am allerwichtigsten, dass meine Mutti lange leben tut.“ Nico (12)
„Für mich ist es am wichtigsten, dass mein Papa lebt.“ Yasin (5)

 

Der ideale Nachbar ist unsichtbar und unhörbar. Aber jederzeit verfügbar, wenn man ihn denn wirklich mal braucht. Erwin Koch Wie stehen Sie zu Ihrem Nachbarn?
„NACHBARN find ich das Wichtigste im Wohnbereich.
Als MITMENSCH freue ich mich, sie zu sehen und zu hören (Musikstudenten). Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“

 

Heutzutage kennen die Leute vor allem den Preis und nicht den Wert. (Oscar Wilde) Was ist für Sie WERTvoll?
„WERTVOLL
Die Blumen auf der Wiese.
Die Wolken, die verschiedene Formen am Himmel bilden.
Die Bäume mit ihrer belaubten Krone, die mir Schatten spenden.
Freundliche Worte zwischen Menschen.
Zeit, um ein gutes Buch zu lesen.
Erinnerungen der Alten an vergangene Zeiten.
Liebe Menschen um mich.
Alles das ist mir
WERTVOLL.“

 

Was hat Bestand in Ihrem Leben?
„Liebe, Franz & Freundschaft“