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MÜHLSTRASSE 14 e.V. Soziokulturelles Stadtteilzentrum Leipzig |
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Graffiti-Workshop Graffiti-Workshop 2006![]()
Erste Sahne: Sprühfertig.
Vom 16. bis zum 22. Oktober 2006 fand im Leipziger Osten ein Graffiti-Workshop statt. Die verantwortlichen Projektpartner waren die Begegnungsstätte Mühlstraße e.V. und der Graffitiverein. Kofinanziert wurde das Projekt im Rahmen „Stadtumbau nicht ohne uns - eine Stadt als Spielraum.“ aus Mitteln des EU-Programms EFRE. Die Initiative für den Workshop ging von Claudia Kauselmann aus, die mit der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Leipziger Osten beauftragt ist. Die Absicht des Workshops war es, dass Jugendliche aus dem Leipziger Osten in einem Beteiligungsprojekt ihren Lebensraum selbst aktiv gestalten. Ein der Begegnungsstätte Mühlstraße gehörendes Trafohaus im Lene-Voigt-Park sollte mithilfe von Graffiti ein charakteristisches Gesicht bekommen. Von Montag bis Freitag trafen sich die interessierten Jugendlichen für jeweils 2 Stunden in den Räumen der Mühlstraße, um sich theoretisch mit Graffiti auseinanderzusetzen. Sie wurden in das Vorhaben eingewiesen, ihnen wurde anhand von Filmen, Dokumentationen und Musik die Geschichte von Graffiti als Teil der HipHop-Kultur verdeutlicht, und ab Mittwoch wurden die Ideen für die konkrete Gestaltung entwickelt und ausgearbeitet. Bis Freitag wussten so alle Teilnehmer, was von wem gemacht werden sollte, das Konzept war durchdacht und sprühfertig. Den theoretischen Teil leitete Sebastian Drechsel vom Graffitiverein, ein Kunstpädagoge, der selbst seit vielen Jahren Teil der Leipziger Sprüherszene ist. So konnten die Jugendlichen sicher sein, dass sie dezidierte Fachkenntnisse aus erster Hand bekamen. Auf die Wichtigkeit legalen Sprühens wurde mehrfach verwiesen. Der Höhepunkt des Workshops war die Umsetzung des Konzeptes, welches die Jugendlichen erarbeitet hatten. Obwohl sie schon im Zuge des Theorieteils Dosen in der Hand und Sprühversuche unternommen hatten, waren alle erpicht auf die weiße Wand, die ihrer harrte. So war am Samstag und am Sonntag jeweils von 10-16 Uhr eine Menge los am Trafohaus: Ungefähr 12 Jugendliche machten nun bunt, was eben noch trist war. Dabei wurden sie unterstützt von drei versierten Fachleuten des Graffitivereins. Dosen, Cans, wurden sortiert und verbraucht, Sprühaufsätze, die man im Jargon Caps nennt, ihrer Bestimmung zugeführt. HipHop-Musik hallte durch den Park, es wurde gegrillt und gelacht. Am Sonntag kamen auf das Betreiben eines der Sprüher sogar die Breakdance-Crew „Lil´ Rockaz“ und zeigte ihr Können auf dem Linoleum, welches sie einfach auf dem Weg im Park ausgerollt hatten. Schaulustige machten sich ein Bild, ein Kamerateam vom Fernsehen holte sich eine schöne Aufnahme der Aktion. Die Neugestaltung des Trafohauses hatte streckenweise Eventcharakter. Es war für alle Beteiligten ein Happening. In den Köpfen der Vorbereiter und Initiatoren, und vor allem in den Köpfen der Jugendlichen, die eine Chance hatten, ihre eigene Lebenswelt mit so viel Spaß selbst zu verschönern, wird diese Woche noch lange nachwirken.
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